Das Jüdische Museum
Emmendingen
Im historischen Mikwengebäude
Das Jüdische Museum Emmendingen
Das Jüdische Museum Emmendingen befindet sich an einem authentischen Ort jüdischen Lebens. Das liebevoll restaurierte und denkmalgeschützte Gebäude mit Mikwe wurde um 1840 von der Israelitischen Gemeinde erbaut. Die Dauerausstellung “Quelle lebendigen Wassers – Mekor Majim Chajim“ im Keller rückt die Mikwe in den Mittelpunkt. Im Erdgeschoss wird die Geschichte jüdischen Lebens von 1716 bis 1940 dargestellt. Eine Medienstation dokumentiert das Schicksal der Emmendinger Jüdinnen und Juden während der NS-Diktatur. Zahlreiche Exponate erläutern das jüdische Kultus- und Alltagsleben, machen jüdische Feste im Jahreslauf erlebbar und erzählen lokale jüdische Familiengeschichten. Die 1995 wiedergegründete Jüdische Gemeinde wird vorgestellt, wechselnde Sonderausstellungen bereichern die Ausstellung.
Das Museum versteht sich als Ort des Erinnerns, als Lern- und Bildungsort, der zur Begegnung mit jüdischem Leben in heutiger Zeit einlädt, Kulturveranstaltungen ergänzen die Erinnerungs- und Bildungsarbeit.
In einem neuem Projekt hat es sich ein Team aus Ehrenamtlichen zur Aufgabe gemacht, die Schicksale der Jüdinnen und Juden zu recherchieren, die in Emmendingen geboren wurden und/oder nach der Machtergreifung am 30. Januar 1933 in Emmendingen gelebt haben. Die Ergebnisse werden auf einer eigenen Website veröffentlicht.
Kontakt
Adresse
Schlossplatz 7
79312 Emmendingen
Information und Buchung
Allgemeine Öffnungszeiten
mittwochs und sonntags: 14–17 Uhr
Eintritt Erwachsene: 2 €
Kinder und Jugendliche frei
Träger der Einrichtung
Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e. V.
Schlossplatz 7
79312 Emmendingen
Offizielle Homepages
Jüdisches Museum
Jüdisches Leben in Emmendingen
Alemannia Judaica
Bildungsangebote
Neben den regulären Öffnungszeiten des Museums bietet der Trägerverein Führungen / Begleitungen für Gruppen jeder Art im Museum an.
Unkostenbeitrag pro Führung
- Schüler: 2,00 € pro Person
- Studenten: 3,00 € pro Person
- Erwachsene: 5,00 € pro Person
Dieses Angebot wird insbesondere von Schulklassen aus dem süd- und mittelbadischen Raum, daneben aber auch von außer- schulischen Jugendgruppen und Gruppen von Erwachsenen intensiv genutzt. Führungen und Begleitungen orientieren sich an folgenden Vermittlungszielen: historisches Wissen über die Ereignisse vor Ort vermitteln; die Erkenntnis fördern, dass das Geschehene Unrechtsgeschehen war; Einblick zu geben in Handlungsmuster von Tätergesellschaft und Mitwissern bzw. Rettern, Helfern und Widerstehenden; einen Beitrag zur Menschenrechtserziehung zu leisten, die Bereitschaft zur Verteidigung der Menschenrechte und demokratischen Grundwerte zu fördern, Zivilcourage, Dialogfähigkeit und Offenheit sowie einen eigenen Standpunkt zu Geschichte und Gegenwart zu entwickeln.
Besuchsmöglichkeiten in der Nähe
- Gedenktafeln am Standort der zerstörten neuen Synagoge
- Bronzetafel mit Grundriss und Portalansicht der zerstörten Synagoge im Pflaster des Schlossplatzes
- Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11
- Mahnmal für die 1940 nach Gurs deportierten Emmendinger Jüdinnen und Juden
- Museum im Markgrafenschloss (Stadtgeschichtliche Sammlung und Fotomuseum Hirsmüller)
Der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V.
1988 initiiert eine Gruppe von engagierten Emmendinger Bürgern eine öffentliche Debatte um den Text für eine zweite Gedenktafel am Standort der zerstörten Synagoge auf dem Schlossplatz, der die Reichspogromnacht als Ursache und Emmendinger Bürger als Täter der Synagogenzerstörung nennt. Der heftige öffentliche Diskurs um die Gedenktafeln und die Aufarbeitung der lokalen NS-Geschichte, die Wiederentdeckung der Mikwe und die bewegende Begegnung mit 42 aus ihrer Heimatstadt vertriebenen Emmendinger Juden, die 1989 erstmals offiziell von der Stadt Emmendingen eingeladen werden, sind die entschei-denden Impulse zur Gründung des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. im Jahre 1988. Ziel des überkonfessionellen Vereins ist es, an die jüdische Geschichte der Stadt Emmendingen zu erinnern, sie zu erforschen und zu dokumentieren. Die Erinnerung an die vertriebenen und ermordeten Emmendinger Juden und an die Verbrechen gegenüber der jüdischen Bevölkerung soll wachgehalten werden. Der Verein plant, die wiederentdeckte Mikwe als erhaltenes jüdisches Kultgebäude zu restaurieren und darin ein Museum für jüdische Geschichte einzurichten. Mit Mitteln der Landesdenkmalstiftung und der Stadt Emmendingen, mit Geld- und Sachspenden seitens örtlicher Betriebe und mit privater Unterstützung werden das Gebäude und die Mikwe in jahrelanger, vorwiegend ehrenamtlicher Arbeit engagierter Vereinsmitglieder restauriert. Der Trägerverein sieht seine Aufgabe jedoch nicht nur in der Erforschung und Dokumentation jüdischen Lebens in der Vergangenheit. Satzungsgemäß besteht seine Aufgabe insbesondere darin, das jüdische Leben der Gegenwart zu begleiten und die 1995 neu gegründete Jüdische Gemeinde Emmendingen in allen ihren Belangen zu unterstützen. Der Verein setzt sich ein für den friedvollen Dialog der Religionen, ein achtungsvolles Miteinander von Menschen unterschiedlicher Konfessionen, für die Wahrung der Menschenrechte, gegen Antisemitismus und die Diskriminierung von gesellschaftlichen Minderheiten. Eine Vielzahl weiterer Aktivitäten des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. greift die Leitgedanken auf:
- Tage der offenen Tür mit begleitendem Kulturprogramm, z.B. Europäischer Tag der jüdischen Kultur, Tag des offenen Denkmals, Museumsnacht, Emmendinger Lesenacht
- Kulturelle Veranstaltungen zu unterschiedlichsten Aspekten jüdischen Lebens in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Emmendingen und dem städtischen Kulturamt
- Zeitzeugen/Zeitzeuginnengespräche
- Gedenkveranstaltungen zum 9.11.1938, 22.10.1940, 27.1.1945
- Gedächtnisräume: Gedenksteine für die ermordeten Emmendinger Juden, Bronzeplatte mit Grundriss und Portalansicht der zerstörten Emmendinger Synagoge
- Begleitung von Besuchen ehemaliger Emmendinger Jüdinnen und Juden bzw. deren Nachkommen
- Tagungen, Symposien, Ausflüge, Exkursionen, Kurse und Seminare in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde und anderen Organisationen
- Vernetzung mit anderen Gedenkstätten
- Mitarbeit bei wissenschaftlichen Forschungsprojekten, Archivarbeit, Veröffentlichung von Publikationen; Informationsmaterial für Schüler und Studierende für Referate, Projekte und Hausarbeiten, Unterstützung bei eigenständiger Recherche; Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer; Büchertische im Jüdischen Museum und bei Veranstaltungen
- Konzeptionelle Weiterentwicklung des Museums, Erhaltung und Sicherung des Museums als Gedenkstätte
Publikationen
Carola Grasse, Helmut R. Merz, Christa Rutz: Jüdisches Leben in Emmendingen. Orte, Schauplätze, Spuren 2001
Günter Schmidt (Hrsg.): Emma Schwarz. Emmendingen – Gurs – Johnnesburg, 1999
Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. (Hrsg.): Dokumentation zum Besuch ehemaliger Emmendinger Juden, 1999
Gerhard Behnke (Hrsg.): Das Geheimnis der Versöhnung ist Erinnerung, Emmendingen 1989